Betriebe

Sie möchten Ihre Auszubildenden, jungen Fachkräfte oder Ausbilder/Innen gefördert ins Ausland entsenden?

Hier finden Sie nicht nur überzeugende Argumente für eine solche Entsendung, sondern auch hilfreiche Informationen sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Für weitere Informationen sowie eine persönliche Beratung stehen die Berater/-innen in Ihrer Region sehr gerne zur Verfügung. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Vorteile

Ein beruflicher Auslandsaufenthalt lohnt sich!

Sie verschaffen sich somit wertvolle Wettbewerbsvorteile, auch als überwiegend regional tätiger Betrieb!

Unser Angebot für Sie

Wir, das Team der Mobilitätsberatung, informiert und berät Sie über berufliche Auslandsaufenthalte für Ihre Auszubildende in Europa, während und nach der Ausbildung (für junge Fachkräfte).
Wir planen und realisieren mit Ihnen gemeinsam Auslandspraktika in den passenden Berufsfeldern. Finanzielle Unterstützung erhalten Sie bzw. Ihre Auszubildenden durch von uns beantragte Fördermittel (Stipendien).

Wir entsenden Ihre Auszubildende und junge Fachkräfte (1 Jahr) individuell/einzeln und in organisierten Gruppen.

Formalitäten

Der rechtliche Rahmen und die Sicherheit im Ausland, sind für Sie und Ihre Auszubildenden wichtig!

Rechtliche Grundlage

Das 2005 novellierte Berufsbildungsgesetz (BBiG, § 2 Abs. 3) stärkt die Bedeutung internationaler Mobilität in der Berufsausbildung:

„Teile der Berufsausbildung können im Ausland durchgeführt werden, wenn dies dem Ausbildungsziel dient. Ihre Gesamtdauer soll ein Viertel der in der Ausbildungsordnung festgelegten Ausbildungsdauer nicht überschreiten."

Die Entsendung von Fachkräften muss in Form einer Änderung des Arbeitsvertrages schriftlich vereinbart werden. Ist der Auslandsaufenthalt länger als ein Monat, müssen die genaue Dauer, die Währung des Arbeitsentgeltes, zusätzlichen Entgelte und Sachleistungen sowie die Bedingungen für die Rückkehr schriftlich vereinbart werden. Ist ein Betriebsrat vorhanden, muss dieser der Entsendung zustimmen. Es sollte außerdem festgehalten werden, ob das deutsche oder ausländische Recht für die Zeit der Entsendung gelten soll.

Versicherung

  • Im Ausland bleibt der Sozialversicherungsschutz grundsätzlich bestehen. Der Arbeitnehmer muss seine zuständige Krankenkasse hierfür über den Auslandsaufenthalt informieren. Für Länder, in denen EU-Recht gilt, ist eine A1 Bescheinigung zu Beantragen.
  • Die Berufsgenossenschaft muss bei einem beruflichen Auslandsaufenthalt informiert werden. Kommt es zu einem Unfall während des Auslandsaufenthaltes im Praktikumsbetrieb, ist wie bei einem Arbeitsunfall im regulären Betrieb die jeweilige Berufsgenossenschaft zuständig und umgehend darüber zu informieren. Daher ist es besonders wichtig, dass für das Auslandspraktikums kein Urlaub genommen/erteilt wurde. Nur so besteht ein ausreichender Versicherungsschutz!
  • Zusätzlich muss eine Kranken-, Unfall-, Privathaftpflicht- und Betriebshaftpflichtversicherung für den Programmteilnehmenden abgeschlossen werden. Diese Versicherungspakete kosten bei entsprechenden Anbietern etwas mehr als 1 Euro pro Tag. Die Krankenkassenkarten gelten innerhalb Europas. Länder außerhalb der EU müssen im Einzelfall geklärt werden, z.B. Schweiz und Großbritannien.

Freistellung vom Berufsschulunterricht

Unabhängig von der Dauer des Auslandsaufenthaltes muss der/die Auszubildende eine Freistellung vom Berufsschulunterricht bei seiner/ihrer Berufsschule beantragen. Im Ausland braucht keine vergleichbare Berufsschule besucht werden. Der versäumte Unterrichtsstoff muss selbstständig nachgearbeitet werden. Viele Berufsschulen bieten bereits E-Learning-Programme für solche Fälle an.

FAQ

Welche Dauer hat ein beruflicher Auslandsaufenthalt?

Die meisten Förderprogramme sehen eine Mindestaufenthaltszeit vor. Diese beträgt für Auszubildenden in der Regel 3-4 Wochen. Die maximale Dauer eines Auslandsaufenthaltes beträgt laut Berufsbildungsgesetz ein Viertel der Ausbildungszeit.
Auch für junge Fachkräfte beträgt die Mindestaufenthaltszeit für eine finanzielle Förderung bei den meisten Programmen 3 Wochen. Die Mitarbeiter/-innen können maximal für 24 Monate entsendet werden.
Ausbilderhospitationen dauern in der Regel 1-2 Wochen.

In welchen Zielländern kann ein beruflicher Auslandsaufenthalt stattfinden?

Prinzipiell können berufliche Auslandsaufenthalte in jedem Land stattfinden.
Die meisten finanziellen Förderprogramme gibt es jedoch für die 28 Mitgliedsstaaten der EU, sowie Island, Norwegen, Liechtenstein, Mazedonien und der Türkei.
Teilweise gibt es Visaerleichterungen, wenn eine Entsendung z.B. nach Kanada erfolgt.

Welche Kosten kommen auf den Betrieb zu?

Ihr Betrieb ist nicht verpflichtet, Kosten für den Auslandsaufenthalt zu übernehmen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten der Förderung. Eine wertvolle Unterstützung können Sie aber durch die Freistellung Ihres Mitarbeiters/Ihrer Mitarbeiterin leisten.

Wie hoch ist die finanzielle Förderung?

Die Förderung schließt i. d. R. einen vorbereitenden Besuch der durchführenden Organisation, eine sprachliche und interkulturelle Vorbereitung der Teilnehmer/-innen sowie länderabhängige Pauschalzuschüsse zu Reise- und Aufenthaltskosten mit ein. Die genaue Höhe ist abhängig vom jeweiligen Land und Programm. Betriebe müssen keine Anträge für die Fördergelder stellen.

Was ist mit der Vergütung und Freistellung ?

Während des Auslandsaufenthaltes wird die Vergütung an den/die Mitarbeiter/-in regulär weitergezahlt. Der Betrieb muss seinen/seine Auszubildende/n für die Dauer des Praktikums freistellen.
Urlaub darf nicht abgezogen werden, dies hat vor allem Versicherungsgründe. Bei dem  Zeitraum während des Auslandspraktikums handelt es sich um reguläre Arbeitszeit.

Gibt es einen rechtlichen Rahmen?

Seit 2005 ist durch das Berufsbildungsgesetz Rechtssicherheit gegeben: Bis zu einem Viertel der Ausbildung kann im Ausland absolviert werden.
Bei Auslandsaufenthalten über 4 Wochen müssen Inhalte mit dem/der zuständigen Ausbildungsberater/-in an der jeweiligen Kammer abgesprochen werden.

Wie kann ein Betrieb im Ausland gefunden werden?

Bei der Suche nach einem ausländischen Betrieb gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie z. B.: geschäftliche und persönliche Kontakte, Niederlassungen oder Dependancen, ausländische Kammern, Verbände und Innungen, schulische Einrichtungen, Städtepartnerschaften und natürlich das Internet.

Gerne ist Ihnen auch das Team der Mobilitätsberatung der hessischen Wirtschaft bei der Akquise von Partnern im Ausland behilflich. Nehmen Sie hierzu Kontakt mit uns auf!

Wie ist das mit der Versicherung?

Die Sozialversicherungen laufen normal weiter. Es empfiehlt sich, eine extra Kranken-, Unfall-, Privathaftpflicht- und Betriebshaftpflichtversicherung für die Dauer des Aufenthaltes abzuschließen.

Wie kann der Auslandsaufenthalt dokumentiert werden?

Der/Die Auszubildende führt sein/ihr Berichtsheft weiter und schreibt einen Abschlussbericht für die fördernde Stelle. Außerdem kann der Aufenthalt durch den Europass als international anerkanntes Dokument zertifiziert werden.

Findet ein Gegenbesuch statt?

Dies ist abhängig vom Programm. Bei bilateralen Austauschmaßnahmen ist in der Regel ein Gegenbesuch vorgesehen, bei individuellen Entsendungen hingegen eher die Ausnahme.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen beruflichen Auslandsaufenthalt während der Ausbildung?

Für einen berufsbezogenen Auslandsaufenthalt während der Ausbildung empfiehlt sich die Zeit nach der Zwischenprüfung, da dann einerseits fundierte Fachkenntnisse bestehen und andererseits noch ausreichend Zeit bis zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung besteht.

Welche Stellen müssen über den Auslandsaufenthalt informiert werden?

Der Auslandsaufenthalt muss bei der zuständigen Berufsgenossenschaft angezeigt werden.
Bei Auslandsaufenthalten während der Ausbildung muss die Berufsschule ihr Einverständnis geben. Außerdem ist bei Aufenthalten immer die zuständige Kammer darüber zu informieren.
Bei Aufenthalten über 4 Wochen müssen die Inhalte mit den Ausbildungsberatern abgestimmt werden.

Wie kann der Arbeitsausfall unseres Mitarbeiters/unserer Mitarbeiterin kompensiert werden?

Bedenken Sie, welche Vorteile berufsbezogene Auslandsaufenthalte Ihrer Mitarbeiter/-innen für Ihren Betrieb haben und wählen Sie gemeinsam eine Zeit aus, in der im Betrieb aufgrund der Jahreszeit eine weniger große Nachfrage besteht.

Film: Ein Unternehmen berichtet

Die Firma Diatest aus Darmstadt, ein Hersteller von Bohrungsmessgeräten und messtechnischen Komplettlösungen, hat schon mehrere Auszubildende während der Berufsausbildung ins Ausland ensendet. Hier berichten die Geschäftsführer, warum das eine gute Sache ist und sowohl die Auszubildenden als auch das Unternehmen davon profitieren.

Hier geht es zum Film!

Gefördert aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen und der Europäischen Union – Europäischer Sozialfonds.