Arbeiten und Lernen in Europa

Formalitäten

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Rechtliche Grundlage

Das 2005 novellierte Berufsbildungsgesetz (BBiG, § 2 Abs. 3) stärkt die Bedeutung internationaler Mobilität in der Berufsausbildung:

„Teile der Berufsausbildung können im Ausland durchgeführt werden, wenn dies dem Ausbildungsziel dient. Ihre Gesamtdauer soll ein Viertel der in der Ausbildungsordnung festgelegten Ausbildungsdauer nicht überschreiten."

Die Entsendung von Fachkräften muss in Form einer Änderung des Arbeitsvertrages schriftlich vereinbart werden. Ist der Auslandsaufenthalt länger als ein Monat, müssen die genaue Dauer, die Währung des Arbeitsentgeltes, zusätzlichen Entgelte und Sachleistungen sowie die Bedingungen für die Rückkehr schriftlich vereinbart werden. Ist ein Betriebsrat vorhanden, muss dieser der Entsendung zustimmen. Es sollte außerdem festgehalten werden, ob das deutsche oder ausländische Recht für die Zeit der Entsendung gelten soll.

Versicherung

  • Im Ausland bleibt der Sozialversicherungsschutz grundsätzlich bestehen. Der Arbeitnehmer muss seine zuständige Krankenkasse hierfür über den Auslandsaufenthalt informieren. Für Länder, in denen EU-Recht gilt, ist das Formular A 1 auszufüllen. Prüfen Sie auch, ob für Ihr Zielland eine Europäische Krankenversichertenkarte erforderlich ist.
  • Die Berufsgenossenschaft muss bei einem beruflichen Auslandsaufenthalt informiert werden. Kommt es zu einem Unfall während des Auslandsaufenthaltes im Praktikumsbetrieb, ist wie bei einem Arbeitsunfall im regulären Betrieb die jeweilige Berufsgenossenschaft zuständig und umgehend darüber zu informieren.
  • Zusätzlich muss eine Kranken-, Unfall-, Privathaftpflicht- und Betriebshaftpflichtversicherung für den Programmteilnehmenden abgeschlossen werden. Diese Versicherungspakete kosten bei entsprechenden Anbietern etwas mehr als 1 Euro pro Tag.

Freistellung vom Berufsschulunterricht

Unabhängig von der Dauer des Auslandsaufenthaltes muss der/die Auszubildende eine Freistellung vom Berufsschulunterricht bei seiner/ihrer Berufsschule beantragen. Im Ausland braucht keine vergleichbare Berufsschule besucht werden. Der versäumte Unterrichtsstoff muss selbstständig nachgearbeitet werden. Viele Berufsschulen bieten bereits E-Learning-Programme für solche Fälle an.